Poesie- und Bibliotherapie

„Ein Stück Papier und ein Kugelschreiber können Wunder bewirken: Schmerzen heilen, Träume in Erfüllung gehen lassen, verlorene Hoffnung wiederbringen. Im Wort liegt Kraft.“

Paulo Coelho: Vom Schreiben

Diese heilsame Kraft der Sprache wird schon seit Jahrtausenden von Menschen genützt. Viele Werke der Weltliteratur legen einen eindrucksvolles Zeugnis davon ab. Viele psychotherapeutische Konzepte fanden ihren Ursprung in Selbsterfahrungsprozessen, die durch das Schreiben und/oder Lesen von literarischen Texten angeregt und begleitet wurden.

In der Poesie- und Bibliotherapie wird einerseits mit dem Schreiben von eigenen Texten (Gedichten, dem Anfang oder Ende von Erzählungen, Kurzgeschichten, Märchen, Liedtexten, Tagebucheintragungen, …) und andererseits mit dem Lesen von literarischen Texten und seiner Wirkung auf uns gearbeitet.

Während das Schreiben es mir zum Beispiel möglich macht

  • unübersichtliche und verworrene Situationen zu ordnen, durch das Niederschreiben eine gewisse Distanz zu ihnen zu erhalten und dadurch wieder handlungsfähig zu werden,
  • eigene Kraftquellen zu entdecken,
  • Sprachlosigkeit zu überwinden,
  • schwierige Gefühle in Worte zu fassen und
  • spielerischen Zugang zu meiner Kreativität zu  entwickeln

kann das Lesen heilsamer Texte zum therapeutischen Spiegel werden,

  • mich zutiefst berühren und
  • mir damit aufzuzeigen wo es ähnliches auch in mir gibt, aber
  • mir auch Lösungsmöglichkeiten zugänglich machen.

Ob in Schreibgruppen oder in Einzelberatung geht es bei persönlichkeitsbildenden Schreibsitzungen nicht um das „richtige“ Wort oder um das Feilen an Geschriebenem, sondern um einen intensiven Dialog mit dem eigenen Unbewussten, vielleicht bisher Unzugänglichem. Im gemeinsamen Überarbeiten von Texten in der Beratung kann mann/frau, die Bedeutung von Metaphern im eigenen Leben entdecken, vielleicht lange eingelernte Glaubenssätze hinterfragen und gezielt üben die eigene Lebensgeschichte „umzuschreiben“.

In Krisensituation ebenso wie in Selbsterfahrungsprozessen, zur Burnout-Prophylaxe und als Hilfe in wichtigen Entscheidungssituationen kann ich Sie mit Methoden aus Poesie- und Bibliotherapie begleiten (mit Impulsen aus der Arbeit mit literarischen Texten, dem Verfassen eigener Texte, Gedichte, Briefe oder Kurzgeschichten, der Arbeit mit Märchen und Mythen, der Arbeit mit Imagination/Visualisierung und Symbolen, dem Einsatz anderer kreativer Medien, Körperwahrnehmungsübungen, Meditation und Tiefenentspannung).

 

Hier ein Link zu einem Beitrag in ORF.at: Bücher als Therapeuten

 

Der erste Satz wird ganz von alleine kommen, denn es stimmt wirklich, dass in jedem Augenblick in unserem Bewusstsein ein unbekannter Satz existiert, der nur darauf wartet, ausgesprochen zu werden. 

André Breton, Die Manifeste des Surrealismus